|
Bericht zur AKRO-Koeln Veranstaltung vom 11.-13.-05.2007 (Partnerschaftstreffen mit dem Groupement des Officiers de Réserve de Lille (GORL) in Koeln. Die Reserveoffiziere des Groupement des Officiers de Réserve de Lille (Nordfrankreich) (GORL) und des AKRO-Koeln gruendeten 1989 eine Partnerschaft und treffen sich jaehrlich wechselnd in Lille und Koeln. Im Mittelpunkt des diesjaehrigen Treffens in Koeln stand die deutsch-franzoesische Geschichte im Rheinland. Unser Mitglied Major d.R. Dr. Franz-Joseph Kiegelmann referierte zunaechst ueber “den Koelner Karneval als rheinisches Politikum oder eine Form des politischen Widerstandes“ in der Zeit von 1794 bis 1871. Nach einem Rueckblick in die sozialen Verhaeltnisse und das Leben der Koelner Stadtsoldaten in der reichsstaedtischen Zeit vor 1794 ging Dr. Kiegelmann auf die Zeit der franzoesischen Besatzung von 1794 bis 1814 mit einer lebendigen Schilderung der veraenderten gesellschaftlichen Verhaeltnisse ein. Wie entwickelte sich das Karnevalstreiben unter den revolutionaeren "Augen" der franzoesischen Behoerden? Wenn sich aus preußischer Sicht der Karneval zunaechst als "anomalische in polizeilicher Hinsicht bedenkliche Volkslustbarkeit" darstellte, so entwickelte er sich im Rheinland, wenn auch zunaechst sehr zaghaft nach 1823 unter den wachsamen "Augen" der preussischen Polizei zu einem preussisch-disziplinierten Reform-Karneval. Die Rheinlaender setzten den Integrationsbemuehungen der Preussen in der ersten Haelfte des 19. Jahrhunderts noch heftigen Widerstand entgegen und verteidigten zaeh die Errungenschaften der franzoesischen Zeit vor allem in der Jurisdiktion. So erfuhr der Karneval nach dem Sieg ueber Frankreich und der Gruendung des Deutschen Reiches 1871 eine entscheidende Wendung. Auch in Koeln brach eine nationale Hysterie aus und der ehemals persiflierende Karneval wurde zum nationalen Fest. Beim Besuch der Ausstellung "Wir Rheinländer" im Freilichtmuseum Kommern wurde die rheinische Geschichte von 1794 bis 1960 nochmals lebendig. Der Landschaftsverband Rheinland zeigt in einer auch für unsere franzoesischen Kameraden sehr eindrucksvollen und einfuehlsamen Weise die deutsche und damit verbundene rheinische Geschichte von der franzoesischen Besatzung im Jahre 1794 bis zum Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg in ihren Hoehen und Tiefen. Abgerundet wurde das Besuchsprogramm mit einem Besuch im Duftmuseum Johann Maria Farina gegruendet 1709 mit faszinierenden Einblicken in die Welt des Parfuems. Das gemeinsame Abendessen nutzten die Teilnehmer, das Gehoerte und Gesehene im Gespraech dank der sprachlichen Unterstuetzung unseres "Chefdolmetschers" Chef d´Escadron (R) Robert Botte zu vertiefen. Der Vorsitzende des AKRO-Koeln, Oberstleutnant d.R.Fredo Landvogt verabschiedete unsere franzoesischen Kameraden und ihre Gattinnen mit einem Dank an den Praesidenten des GORL Colonel (H) Jacques Leroy, Capitaine de Vedette (R) Marc Destombes und den Gaesten für ihr Engagement in der deutsch-franzoesischen Partnerschaft. Fredo Landvogt
|