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2007.11.20

ArbeitsKreisReserveOffiziere

Bericht zur AKRO-Koeln Veranstaltung vom 20.11.2007 (Ardennenoffensive / Rückzug auf den Rhein 1944/45)
Dr. Wingolf Scherer und Oberstleutnant d. R. Ernst D. Broch berichten über die Ardennenoffensive, den Rueckzug der deutschen Verbaende und das Kriegsende am Rhein 1944/45.
Der 83jaehrige Autor militaerhistorischer Fachbuecher, Dr. Wingolf Scherer, war 1944 als junger Leutnant und Zugfuehrer, spaeter als Chef der 4. Kompanie des Grenadierregiments 989 in der 277. Volksgrenadierdivision eingesetzt.
Am noerdlichen Fluegel des Aufmarschgebietes zwischen Hollerath und Udenbreth hat er mit seinen Soldaten am 16.12.1944 den Angriff auf die amerikanischen Truppen im Rahmen der Ardennenoffensive mitgemacht. Auftrag war, den Panzern von zwei SS-Elite-Divisionen die Vormarschwege nach Luettich zur Maas hin zu eroeffnen. Die Infantristen stießen ab 16.12.44 auf zwei US- Divisionen, die sich hartnaeckig zur Wehr setzten. Nach der Einnahme der Zwillingsdoerfer Roecherath und Krinkelt erstarrte die Front bis Ende Februar 1945. Der amerikanische Gegenangriff erzwang den verlustreichen Rueckzug der schwachen deutschen erbaende bis zum Rhein.
Anschaulich und authentisch konnte er mit OTL d.R. Ernst D. Broch, welcher Beitraege zu mehreren seiner Buecher geschrieben hat, ueber die Kaempfe im Winter 1944/45 berichten, wobei die Erlebnisse von Zeitzeugen – Soldaten und Zivilpersonen – sowie die Beitraege deutscher Generaele und Generalstabsoffiziere fuer die Historische Abteilung der US Armee („Studies“) wichtige Elemente der Darstellung waren.
Die Unmittelbarkeit und Wirklichkeitsnaehe der Zeitzeugenbeitraege belegen „wie es wirklich gewesen ist“ ohne einseitig eine deutsche oder amerikanische Sichtweise und schon gar keine deutsche Opferhaltung einzunehmen.
Die beiden Autoren machten deutlich, dass schon die Vorbereitung dieser gross angelegten Offensive vorsah, dass die von der Ostfront abgezogenen Panzerdivisionen, den Betriebsstoff fuer ihre Panzer aus amerikanischen Depots zu erbeuten hatten, was wie bekannt dann misslang.
Die Referenten stuetzten sich in ihren Darstellungen auf die im Aachener Helios-Verlag erschienenen Buecher „Untergang – Kampf und Vernichtung der 277. Div. in der Normandie und in der Eifel“ (2005) und „Verzweifelte Abwehr – von der Rur an den Rhein zwischen Koeln und Krefeld“ (2006).
In der intensiven und spannenden Diskussion ging es um die Frage, warum Soldaten bis zum bitteren Ende und bis in den Tod hinein taten, was sie für ihre Pflicht hielten, unter ihnen befanden sich zahlreiche Oesterreicher. Beleuchtet wurde u.a. die Rolle des sog. NSFO (nationalsozialistischer Fuehrungsoffizier) und die Erschießungen von Kriegsgefangenen auf deutscher und amerikanischer Seite und der daraus resultierenden voelkerrechtlichen Problematik.
Fredo Landvogt

2007.11.20

Dr. Wingolf Scherer und Oberstleutnant d. R. Ernst D. Broch bei ihrem Vortrag